Kieler Professorinnen und Professoren von 1919 bis 1965

Herkunft der Kieler Professoren

Sozial gesehen entstammte die Kieler Professorenschaft gemeinhin dem gehobenen Bürgertum. Regional betrachtet war der Kieler Professor in der frühen Neuzeit mehrheitlich ein Landeskind, ja entstammte des Öfteren der Stadt Kiel selbst. Im 19. Jahrhundert, speziell ab den 1860er Jahren, schuf ein verändertes Berufungsverhalten eine erste Abkehr vom bisher dominanten Indigenatsprinzip: Nicht nur Einheimische gelangten zu professoralen Würden. Auswärtige und eigener akademischer Nachwuchs hielten sich etwa im Bereich der Philosophischen Fakultät und bei den Naturwissenschaften fortan annähernd die Waage. Auf die von auswärts berufenen Historiker Georg Waitz, immerhin noch ein gebürtiger Schleswig-Holsteiner, und Droysen folgte so wiederum 1858 das Kieler Stadtkind Karl Wilhelm Nitzsch. Im 20. Jahrhundert ging dann der Anteil der Schleswig-Holsteiner an der Professorenschaft der CAU deutlich zurück: Von den 862 zwischen 1919 und 1965 an der CAU tätigen Hochschullehrern stammten lediglich noch 64 aus Schleswig-Holstein, was 7 % entspricht; von diesen wiederum waren 25 direkt in Kiel geboren.

Zum Weiterlesen:

  • Oliver Auge, Der Kieler Professor (bis 1965) - Versuch einer Typologie, in: Ders./Swantje Piotrowski (Hg.): 32 exzellente Köpfe aus 350 Jahren CAU. Ein studentisches Projekt, Kiel 2015, S. 15-41.

Autor: Oliver Auge

Kreisdiagramm, das zeigt, dass im Zeitraum 1919 bis 1965 7 Prozent der Professoren in Schleswig-Holstein geboren wurden